SPD in der Region Stuttgart

SPD Wahlprogramm Regionalwahl 2014

Wahlen

Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit in der Region Stuttgart

In den 20 Jahren seines Bestehens hat der Verband Region Stuttgart vieles erreicht und manches neu angestoßen, das den Bürgerinnen und Bürgern in den 179 Städten und Gemeinden der Region genutzt und unseren Standort voran gebracht hat.
Die Region hat sich als politische Ebene bewährt.

Wir haben den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut und verbessert. Mit unserer Regionalplanung haben wir es geschafft, den Flächenverbrauch einzudämmen und zugleich den Kommunen Entwicklungsmöglichkeiten zu geben und die örtlichen Zentren zu stärken. Wir haben eine aktive Wirtschaftsförderung mit einem erfolgreichen Büro in Brüssel.

Die SPD in der Region Stuttgart steht für die konsequente Weiterentwicklung der regionalen Idee. Wir sind überzeugt: Viele Probleme unserer Region lassen sich nur in regionalem Zusammenhang lösen. Nun gilt es, die konkreten Ziele der Regionalpolitik für die nächsten Jahre zu formulieren.

Die Region für die Menschen mit Leben erfüllen

Die Menschen in der Region Stuttgart werden zu einem guten Teil geprägt von der Landschaft und der Tradition von Sport und Kultur. Die wachsende regionale Integration bei Arbeit, Wohnen und Freizeit, aber auch die steigenden Anforderungen an die umfassende Wettbewerbsfähigkeit der Region Stuttgart in Deutschland, Europa und der Welt erfordern eine regionale Sportpolitik, regionales Kultur- und Veranstaltungsmanagement.

Die SportRegion Stuttgart e. V., die KulturRegion Stuttgart e. V. und Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus GmbH sind dabei für uns die wesentlichen Koordinatoren und Ideengeber für diese Themen in der Region. Wir werden die Instrumente des Standort- und Tourismusmarketings gezielt nutzen, um den Tourismus, den Spitzensport und erstklassige Kulturangebote in der Region weiter zu fördern und so unsere Region nach innen und außen attraktiver zu gestalten.

Die Region Stuttgart lebt von der Vielfalt ihrer Menschen. Wir wollen Barrieren abbauen und alle Menschen in die Gestaltung unserer regionalen Gesellschaft einbinden, denn Integration bedeutet für uns Integration durch Partizipation. Dies gilt nicht nur für Menschen mit Migrationshintergrund, Jugendliche und Senioren, sondern für alle Menschen die aktiv an unserem Gemeinwesen teilhaben wollen. Hierbei wollen wir insbesondere auch den Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention ernst nehmen und die Inklusion von Menschen mit Behinderung in unserer Region vorantreiben.

Wirtschaft fördern  –  Innovationen unterstützen – Gründer ermutigen

Die Region Stuttgart ist einer der stärksten und innovativsten Wirtschaftsräume in Europa. Die Grundlage unseres Wohlstandes ist die industrielle Produktion und die damit zusammenhängenden Dienstleistungen. Unser Ziel ist es, ausgeglichene Arbeits- und Lebensbedingungen in der Region zu erreichen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Wirtschaftsförderung mit dem Ziel, dauerhaft eine große Anzahl qualifizierter Arbeitsplätze in der Region zu sichern und neu aufzubauen. Dies ist für uns die wichtigste Grundlage eines selbstbestimmten Lebens für die Bewohnerinnen und Bewohner in der Region.

Dazu gehören im Einzelnen:

-       Die Verbesserung der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, die Förderung der nachhaltigen Mobilität, der Produktionstechnik und auch der Kreativwirtschaft sowie eine Steigerung der Innovationsfähigkeit in den Unternehmen.

-       Fachkräfte: Alle politischen Überlegungen sind darauf angelegt, auf Grund der Innovationsfähigkeit und Lebensqualität ein attraktiver Standort für Fachkräfte aller Qualifikationen zu bleiben.

-       Investoren: Unser Ziel lautet aufbauend auf den hochqualifizierten Fachkräften die Region attraktiv für Investoren zu machen. Dazu gehört in besonderer Weise die Unterstützung der bereits ansässigen Unternehmen und der Kommunen, in denen diese Unternehmen ansässig sind.

-       Standortkommunikation: Die Region Stuttgart ist ein innovativer, nachhaltiger und attraktiver Standort – regional wie überregional. Dies muss offensiv von der Wirtschaftsförderung nach außen beworben werden.

 

Aufbauend auf diesen Ansprüchen soll in den nächsten Jahren insbesondere der Bereich der nachhaltigen Mobilität modellhaft in der Region gemeinsam mit Unternehmen, Landkreisen, Kommunen und Verbänden entwickelt werden. Dazu gehören insbesondere auch die Umsetzung des Bundesförderprogrammes „Modellregion Elektromobilität“ in der Region und möglichst eine Übertragung der Ergebnisse in die Unternehmen der Region mit dem Ziel der Sicherung von Arbeitsplätzen.

Ein Schwerpunkt soll hierbei in der Fachkräfteallianz für die Region Stuttgart liegen. Daneben ist die stetige Qualifizierung von Arbeitskräften für den modernen Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Region notwendig. Die Industrie braucht zunehmend qualifizierte Facharbeiter. Wir wollen die zunehmende Ausgrenzung von Langzeitarbeitslosen, un- und angelernten Beschäftigten und schwerbehinderten Menschen beenden. Der gemeinsame Strukturbericht von Region, Gewerkschaften und Wirtschaft liefert wertvolle Hinweise auf bestehende Mängel bei den Arbeitsmarktstrukturen. Über diese und andere Themen werden wir uns auch künftig mit Betriebsräten und Gewerkschaften abstimmen.

Unternehmen, Hochschulen, Wirtschaftsförderung, Politik und die arbeitsmarktpolitischen Akteure haben sich zum Ziel gesetzt, ein möglichst großes und breites Angebot an Arbeitsplätzen der unterschiedlichen Qualifikation für die Region sicherzustellen.

Auch bei Existenzgründern besteht Handlungsbedarf, da die Zahl der Existenzgründungen in der Region Stuttgart rückläufig ist. Sinnvoll ist hierbei nicht nur eine Starthilfe, sondern eine gezielte Begleitung in den ersten Jahren. Besonders auffällig ist diese Schwäche bei technologieintensiven Gründungen im industriellen Sektor.

Zu den Schwerpunkten gehört ebenfalls ein systematischer Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Verbandes und den Wirtschaftsförderern in den Landkreisen und Städten mit dem Ziel, bei allem Wettbewerb unter den Städten, Gemeinden und Landkreisen, eine hohe Leistungsfähigkeit im Verbandsgebiet insgesamt im Interesse aller Beteiligten sicherstellen zu können.

Die Region braucht Zuwanderung. Deshalb fördert die SPD den Aufbau einer Willkommenskultur für Zuwanderinnen und Zuwanderer in unserer Region.

Nicht zuletzt gilt es, die Kontakte zum EU-Büro der Region Stuttgart in Brüssel enger zu knüpfen, um mehr Vorteile aus den Förderinitiativen und Programmen der EU für die Region Stuttgart zu sichern. Mehr denn je findet die Wahrnehmung der einzelnen Städte, Gemeinden und Kreise auf europäischer Ebene nur über die Region insgesamt statt.

 

Für eine mobile Region Stuttgart

Ein realistischer Regionalverkehrsplan

Mobilität ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Region, die einem ständigen Wandel unterworfen ist. Neue Mobilitätsbedürfnisse und neue Mobilitätskonzepte haben diesen Bereich der Daseinsvorsorge in den letzten zehn Jahren verändert.

Der aktuelle Regionalverkehrsplan aus dem Jahr 2001 ist deshalb mit seiner Datenbasis aus 1995 ziemlich in die Jahre gekommen. Die SPD begrüßt die Fortschreibung und unterstützt die Beteiligung von Kommunen, Verbänden und Bürgerinnen und Bürgern.

Es geht darum, für die Laufzeit des Plans bis zum Jahr 2025 ein realistisches Szenario für einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region zu entwickeln und die dafür notwendigen Maßnahmen festzulegen. Ein Wunschkonzert, ohne Bezug zum Generalverkehrsplan des Landes und zum Bundesverkehrswegeplan ist kontraproduktiv und droht den Regionalverkehrsplan von vorne herein in seiner Bedeutung zu entwerten.

Beim Thema Straßenbau gelten für uns die Grundsätze Ausbau vor Neubau und Bündelung des Verkehrs auf Achsen zur Entlastung der Wohngebiete. Wir werden alle Straßenbauprojekte kritisch auf ihre ökologischen und verkehrlichen Wirkungen untersuchen.

Zur Entlastung der Menschen vom Schwerlastverkehr und für eine leistungsfähige Wirtschaft ist ein abgestimmtes Logistikkonzept in unserer Region unerlässlich.

Mehr Busse und Bahnen zu besseren Takten

Die wachsenden Verkehrs- und Umweltprobleme (Stichworte: Stau, Feinstaub und Lärm) in unserer Region erfordern einen weiteren Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV). Wir wollen, dass der Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehrsaufkommen (Modal Split) im Kerngebiet der Region mindestens 1/3 und am Rand der Region mindestens 1/4 beträgt. Dies sind ehrgeizige, aber keine unerreichbaren Ziele.

Der ÖPNV muss mit den Veränderungen der Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen Schritt halten, nur dann ist er eine attraktive Alternative zum Autoverkehr. Dafür müssen auch neue Mobilitätskonzepte (Rad-/Pedelec-Verleih, E-Mobilität und Car-Sharing) in das ÖPNV-Angebot integriert werden. Der demografische Wandel wird dazu führen, dass es ein zunehmend unterschiedliches Verkehrsverhalten der Generationen geben wird. Schon heute nimmt die Autobegeisterung der jungen Generation ab. Auch dies muss im künftigen ÖPNV-Angebot berücksichtigt werden.

Auch die Reaktivierung, Ertüchtigung oder der Neubau von Schienenstrecken spielt dabei für uns eine zentrale Rolle. Wir sind überzeugt, dass viele dieser zu untersuchenden Bahnstrecken vor dem Hintergrund der Verkehrsprobleme ökonomisch und ökologisch sinnvoll sind. Insbesondere mit neuen Querverbindungen im S-Bahn-Netz kann das bislang auf den Stuttgarter Hauptbahnhof ausgerichtete S-Bahn-Netz entlastet und ergänzt werden.

Die SPD fordert deshalb für das ÖPNV-Angebot:

1.    Taktverdichtungen und –verlängerungen im Nahverkehrssystem der Region:

Ausdehnung des 15-Minuten-Takts auf allen S-Bahnlinien am Morgen (bis 9.30 Uhr) und am Abend (bis 20.30 Uhr). Die jeweiligen Anschlussverbindungen mit Bussen und Stadtbahnen müssen dann ebenfalls angepasst werden.

2.    Einführung von Nacht-S-Bahnen auch an Werktagen, beginnend mit dem Donnerstag (analog zu den SSB-Nachtbussen). Auch hier muss das Nachtbusangebot in den Kreisen angepasst, bzw. endlich flächendeckend zum regulären VVS-Tarif eingeführt  werden.

3.    Ausbau des S-Bahn, RB/RE und Stadtbahnnetzes in der Region, sofern die finanziellen Zusagen von Bund und Land vorliegen:

3.1.  Ausbau der S-Bahn in den Landkreis Göppingen mit einem Vorlaufbetrieb ab 2016;

3.2.  Ausbau der S-Bahn bis Vaihingen/Enz;

3.3.  Aufbau eines MetroRegioExpress-Systems, das z.B. mit Heilbronn und Tübingen die Mittelzentren der Metropolregion schnell mit der Landeshauptstadt verbindet;

3.4.  weitere Taktverbesserungen auf der Schusterbahn zwischen Kornwestheim und S-Untertürkheim und deren mittelfristiger Ausbau als weitere Tangentialverbindung von Ludwigsburg nach Esslingen;

3.5.  Provisorische Einrichtung eines Regionalbahnhalts in Stuttgart-Vaihingen bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21;

3.6.  Perspektivisch der Erhalt der Gäubahn und der Bau des Nordkreuzes als Option, weitere Tangentialverbindungen einzurichten;

3.7.  Ausbau der Schönbuchbahn;

3.8.  Ausbau des Stadtbahnnetzes: S-Hausen, Universität S-Hohenheim, Remseck/Aldingen - Ludwigsburg, Markgröningen - Ludwigsburg – Remseck
(-Waiblingen), Leinfelden - Echterdingen und Ostfildern – Esslingen;

3.9.  weitere Taktverbesserungen bei den Stadtbahnen in Stuttgart;

4.    Ein Betrieb der S-Bahn, der den vertraglichen Vereinbarungen hinsichtlich Qualität und Pünktlichkeit entspricht. Wir stellen gegenüber der Deutschen Bahn und dem Hersteller der S-Bahnfahrzeuge die Interessen der Fahrgäste in den Mittelpunkt unseres Handelns, für die der Aspekt der Zuverlässigkeit des Transportmittels ein hohes Gut darstellt. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

5.    Zu einem qualitativ hochwertigen ÖPNV gehört, dass konsequent mehr für die Sicherheit in S-Bahnen und Bussen getan und eine WLAN-Infrastruktur eingerichtet wird.

6.    Entwicklung eines schnellen regionalen Metrobus-Systems auf solchen Verbindungen, für die eine S- oder Stadtbahn-Lösung aus verkehrlichen oder finanziellen Gründen nicht in Frage kommt.

7.    Ein gleichwertiges regionales Grundangebot mit einer flächendeckend verbesserten Vertaktung von Bussen und Bahnen und einer Vernetzung von Mobilitätsangeboten wie P&R, Carsharing und Rad-/Pedelec-Verleih.

 

Um diesen notwendigen Ausbau des ÖPNV möglich zu machen, fordern wir von Bund und Land auskömmliche Regionalisierungsmittel nach der Revision 2015 für die Region und eine Fortsetzung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) nach 2019.
Unsere Region muss bei Investitionen von Bund und Land in die Verkehrsinfrastruktur stärker berücksichtigt werden, so wie dies ihrer Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft und dem Verkehrsaufkommen entspricht.

 

Für flexible und attraktive VVS-Tarife

Der VVS ist Dienstleister für die Nutzer des ÖPNV in der Region. Sein Angebot muss die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen in der Region zu attraktiven Preisen wiederspiegeln, denn dann gelingt es auch, dass noch mehr Menschen auf Busse und Bahnen umsteigen.

 

Die SPD fordert deshalb für den VVS-Tarif:

Vereinfachung der VVS-Tarifstruktur:

Eine deutliche Reduzierung der Zahl der Tarifzonen durch einen Wegfall der Segmente und größere und damit weniger Außenringe. Damit kann das Verhältnis von gleichem ÖPNV-Angebot zu gleichem Preis wieder hergestellt werden.

Flexible Mehr-Tageskarte mit beliebiger Zonenwahl:

Die wachsende Flexibilisierung bei Beschäftigungsverhältnissen macht es notwendig, auch für solche Personen ein attraktives ÖPNV-Angebot bereit zu halten, die nur zwei oder drei Tage in der Woche arbeiten und für die deshalb eine Monats- oder Jahreskarte kein adäquates, weil unbezahlbares Angebot darstellt.

Ein einheitliches, rabattiertes Jobticket für alle:

- Jede Person, die einer geregelten Beschäftigung nachgeht, soll ein Jobticket erhalten. Dies anstatt einer komplizierten Regelung je nach Betriebsgröße und Abnahmemenge.
 - Anpassung der Tarifbedingungen in der Weise, dass eine Bezuschussung des Jobtickets durch den Arbeitgeber steuer- und sozialabgabenfrei möglich ist.

Ein einheitliches Sozialticket mit Gültigkeit für den gesamten Verbundraum des VVS.
Eine erweitere kostenlose Mitnahmemöglichkeit bei Jahres-, Monats und Jobtickets für die eigenen Kinder auch an Werktagen.
Ein preisgünstiges dem Beschäftigungsrhythmus angepasstes Ticket für Praktikanten/innen und Auszubildende (insbesondere im Blockunterricht).
Eine einheitliche Mitnahmeregelung für Fahrräder in allen Buslinien im VVS.

 

Vorhandene Infrastrukturen nutzen – Wohnraum schaffen –  Freiräume sichern – Energiewende unterstützen

Wir wollen auch weiterhin die Entwicklung von zukunftsfähigen, familienfreundlichen Stadt- und Ortszentren fördern. Dabei stellen wir uns den Herausforderungen des demographischen Wandels mit dem Konzept, ortsnahe Infrastrukturen zu stärken. Der Regionalplan bietet den Rahmen, diesen Prozess zu gestalten.

 

Der demographische Wandel und die veränderten Vorstellungen der Menschen, wie sie zusammenleben wollen, erfordern neue Ansätze in der Stadtentwicklung. Die Belegungsdichte in den Wohnungen nimmt weiter ab. Dadurch steigt die rechnerische Zahl der Wohnfläche pro Einwohner und wir müssen auch bei gleichbleibender Bevölkerungszahl immer mehr Wohnungen bauen. Dieser Trend beschleunigt den Flächenfraß und verteuert den Wohnraum. Beides ist nicht Ziel sozialdemokratischer Politik. Wir müssen deshalb einen Ausgleich zwischen notwendiger Siedlungsfläche, bezahlbarem Wohnraum und dem Erhalt unserer Landschaftsräume finden. Wichtigster Grundsatz in der Regionalplanung ist deshalb für uns, zunächst vorhandene Infrastrukturen zu nutzen, bevor neue gebaut werden. Die Maxime bleibt  „Innen- vor Außenentwicklung“.  Wir wollen den Gemeinden angemessenen Spielraum für die Eigenentwicklung erhalten.

 

Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gibt es keine Alternative zu dem Dreiklang aus „Wohnraum schaffen – Freiraum schützen – Stadtteile und Ortszentren zukunftsfähig gestalten“. Dies wollen wir erreichen durch:

Baugebiete bevorzugt an Entwicklungsachsen und in Wohnbauschwerpunkten, flexible Handhabung bei der Eigenentwicklung, stärkere Nutzung vorhandener Infrastrukturen z. B. durch Nachverdichtung bestehender Siedlungen (Innen- vor Außenentwicklung) und höhere Dichtewerte (mehr Einwohner pro Hektar), eine konsequente Einbeziehung verfügbarer Baulücken und Baureserven bei der Berechnung des Wohnflächenbedarfs, Ausbau der Landschaftsparks, Belebung der Ortskerne.

Beispiel für Verdichtungspotenziale sind die vielen Bahnbrachen. Da die Bahn seit ihren Anfängen Motor der Stadtentwicklung war, liegen sie meist in den Kernstädten und halten erhebliche Möglichkeiten zur Erweiterung oder Ergänzung der Innenstädte bereit. Sie können das Wohnen und hochwertiges Gewerbe in den Zentren neu ermöglichen oder auch die Nahversorgung ergänzen und die Innenstädte nachhaltig beleben. Dasselbe gilt auch für Industrie- und Gewerbebrachen.

 

Geförderter und bezahlbarer Wohnraum muss verstärkt im Blickpunkt planerischer Überlegungen stehen. Der Regionalplan weist 41 Schwerpunkte des Wohnungsbaus aus. Wir unterstützen die Bereitstellung von bezahlbaren generationengerechten Mietwohnungen. Der steigende Bedarf an barrierefreien Wohnungen muss stärker in den Fokus gerückt werden.

 

Zeitgleich stellt der Freiraumschutz ein wichtiges regionales Handlungsfeld dar. Die bisherigen Landschaftsparkprojekte waren erfolgreich und ein wichtiger Impuls für die Gemeinden sich mit den prägenden Landschaftsbildern in der Region zu beschäftigen. Wir setzen uns deshalb für mehr regionale Kofinanzierungs-Mittel für die jährlichen Landschaftsparkprojekte ein.

 

Ortszentren familienfreundlich gestalten – Örtliche Nahversorgung stärken – Angebote regional abstimmen

Wir wollen unsere Ortszentren zusammen mit den Kommunen lebendig und liebenswert gestalten. Die Erhaltung der örtlichen Nahversorgung, die bereits jetzt in vielen Kommunen bedroht ist, wird immer wichtiger. Vor allem ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind auf Läden in erreichbarer Nähe und eine barrierefreie Umgebung angewiesen. Auch für junge Familien stellt die örtliche Nahversorgung ein wichtiges Kriterium für die Wohnortwahl dar. Wo Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ die Geschäfte in den Ortszentren bereits ausgedünnt haben, wollen wir mit Hilfe des Regionalplans die innerörtliche Infrastruktur stärken und wieder beleben. Zukunftsfähige Ortszentren bündeln das Angebot von Handel, Handwerk und Dienstleistungen. Wir wollen Städte und Gemeinden in ihren Bemühungen weiter unterstützen, Nahversorgung durch Einrichtungen wie Bonus- und CAP-Märkte aufrecht zu erhalten. Denn bereits jetzt fehlt in einem Viertel der Gemeinden in der Region ein angemessenes Ladenangebot. Wir wollen, dass die täglichen Einkäufe bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Rollstuhl oder mit Bus und Bahn gemacht werden können. Dies bedeutet mehr Lebensqualität und vermeidet überflüssigen Autoverkehr.

 

Die Region kann bei wichtigen kommunalen Themen eine wertvolle Unterstützung bei der Abstimmung der verschiedenen Angebote vor Ort leisten. So ist ein qualitativ und quantitativ gutes Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Schulen in den Städten und Gemeinden der Region und den Betrieben eine grundlegende Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Berufsschulen mit ihrem zunehmend spezialisierten Angebot spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Ausbildung junger Menschen.

 

Energiewende regional unterstützen

Der Klimawandel und seine Folgen betreffen auch Mensch und Natur in unserer Region. Wir  wollen deshalb unsere Region zu einer Modellregion beim Klimaschutz und Energieverbrauch machen. Die Region unterstützt die Energiewende durch Ausweisung von Vorranggebieten für die Erstellung von großen Windkraftanlagen. Über 80 Bereiche sind derzeit mit unserer Unterstützung im Rennen, alle Gesichtspunkte müssen bei den Entscheidungen abgewogen werden.

So fördern wir die stetige Steigerung des Anteils an regenerativen Energien. Wir wollen auch die Potentiale der Wasserkraft, der Kraft-Wärme-Kopplung, der Solarenergie forcieren sowie die Nutzung der Biomasse vorantreiben.

 

Metropolregionen als Motoren in Deutschland und Europa

Metropolregionen sind die Motoren der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und Europa. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in der Region Stuttgart unterstützen die Weiterentwicklung der Metropolregion Stuttgart, denn wir wollen unseren Standort im deutschen und europäischen Zusammenhang erhalten und stärken.

 

Zentrale Botschaften:

Die Verbesserung der Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, die Förderung der nachhaltigen Mobilität, der Produktionstechnik und auch der Kreativwirtschaft sowie eine Steigerung der Innovationsfähigkeit in den Unternehmen durch gezielte Programme und Projekte der Wirtschaftsförderung.
Fachkräfte: Alle politischen Überlegungen sind darauf angelegt, auf Grund der Innovationsfähigkeit und Lebensqualität ein attraktiver Standort für Fachkräfte aller Qualifikationen zu bleiben und die stetige Qualifizierung von Arbeitskräften voran zu treiben.
Investoren: Unser Ziel lautet aufbauend auf den hochqualifizierten Fachkräften die Region attraktiv für Investoren zu machen. Dazu gehört in besonderer Weise die Unterstützung der bereits ansässigen Unternehmen und der Kommunen, in denen diese Unternehmen ansässig sind.
Standortkommunikation: Die Region Stuttgart ist ein innovativer, nachhaltiger und attraktiver Standort – regional wie überregional. Deshalb brauchen wir den Aufbau einer Willkommenskultur für Zuwanderer.

 

Die Verkehrs- und Umweltprobleme in unserer Region lassen sich in Zukunft nur mit einem weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs aus einem Guss lösen.
Taktverdichtungen und -verlängerungen auf der S-Bahn und Nacht-S-Bahnen auch werktags werden das ÖPNV-Angebot verbessern.
Neue S-Bahn- und Stadtbahnstrecken müssen geplant und rasch umgesetzt werden, wie die S-Bahnen in den Landkreis Göppingen und nach Vaihingen/Enz.
Flexible und attraktive VVS-Tarife erfordern die Vereinfachung der VVS-Tarifzonenstruktur, eine flexiblen Mehr-Tageskarte für Teilzeitkräfte, ein Jobticket für alle, ein regionsweit gültiges Sozialticket, bessere Mitnahmemöglichkeiten für eigene Kinder,  [Anker] preisgünstige Angebote für Praktikanten/innen und Auszubildende  und einheitliche Mitnahmeregelungen für Fahrräder im VVS.

 

Wir wollen die Ortszentren weiter stärken, da dort auch in Zeiten des demografischen Wandels die zentrale Infrastruktur für die Menschen bereitgestellt werden muss.
Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in allen Teilen der Region.
Für uns ist „Innen- vor Außenentwicklung“ die zentrale Maxime der Regionalplanung. Freiräume müssen für die Menschen und im Interesse künftiger Generationen geschützt werden.
Wir wollen ein größeres finanzielles Engagement des Verband Region Stuttgart für die Projekte des Landschaftsparks.

Wir unterstützen die Energiewende durch Ausweisung von Vorranggebieten für die Erstellung von großen Windkraftanlagen und durch die stetige Steigerung des Anteils an regenerativen Energien

 
 

 

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